Bodenkundlicher Feldkurs in Grönland: Studierende erforschen Böden, Hydrologie und Treibhausgasflüsse der arktischen Tundra
15. September 2026, von Lars Kutzbach

Foto: Thyge Bruun
Am Dienstag, den 15. September, endete mit der Rückkehr der letzten Teilnehmer der diesjährige „Bodenkundliche Feldkurs Grönland“ der Universität Hamburg. Zwölf Master-Studierende der Studiengänge Geowissenschaften und Integrated Climate System Sciences des Fachbereichs Erdsystemwissenschaften waren gemeinsam mit den Lehrenden Dr. Claudia Fiencke, Dr. Evan Wilcox, Prof. Dr. Lars Kutzbach und der Doktorandin Hyeju Lee rund zwei Wochen in Westgrönland unterwegs. Dieser besondere, forschungsorientierte Feldkurs wird im Rahmen des Projekts MOMENTplus durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.
Im Mittelpunkt des Feldkurses standen studentische Gruppenprojekte zur Untersuchung permafrostbeeinflusster Böden, der Hydrologie und der Treibhausgasflüsse in der arktischen Tundra auf der Disko-Insel (grönländisch: Qeqertarsuaq) in Westgrönland. Als Basis diente die Arctic Station der Universität Kopenhagen. Die Studierenden führten Messungen und Probenahmen direkt im Gelände durch, analysierten Bodeneigenschaften im Labor der Station und werden die dabei gewonnenen wertvollen Daten nun weiter auswerten. Dabei ging es nicht nur um wissenschaftliche Methoden und Fachwissen: Die Studierenden lernten auch, wie Feldforschung unter arktischen Bedingungen geplant, organisiert und sicher durchgeführt wird.
Ein besonderer Bestandteil des Kurses war die Einführung in Methoden des zirkumpolaren Permafrostmonitorings. Auf einem Permafrost-Messfeld des Alfred-Wegener-Instituts bei Ilulissat führten die Studierenden Messungen der Auftauschicht und der Bodenabsenkung durch tauenden Permafrost durch. Damit erhielten sie einen praktischen Einblick in langfristige Beobachtungsprogramme zur Veränderung von Permafrostlandschaften im Klimawandel und leisteten dabei einen eigenen relevanten Forschungsbeitrag
Neben der wissenschaftlichen Arbeit bot der Feldkurs auch Gelegenheit, einige der vielen großartigen Landschaften Grönlands unmittelbar zu erleben. Gemeinsame Exkursionen führten unter anderem in die wildtierreiche Tundra bei Kangerlussuaq, an den Rand des grönländischen Inlandeises und zu den beeindruckenden Eisbergen im Eisfjord bei Ilulissat.
Auch die Logistik wurde Teil des Feldkurses: Wetter- oder technikbedingte Ausfälle von Inlandsflügen und Fährverbindungen führten sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückreise zu mehrtägigen Verzögerungen. Die Studierenden bekamen damit einen sehr unmittelbaren Einblick in eine zentrale Herausforderung arktischer Feldforschung: Neben guter Planung sind unter Expeditionsbedingungen vor allem Flexibilität und die Fähigkeit gefragt, kurzfristig auf veränderte Bedingungen zu reagieren.















