RING: Vier Millionen für Forschung zu Rotationsbewegungen der Erde
26. Juni 2026

Foto: © Volker Lannert/ Universität Bonn
Die Erde rotiert um die eigene Achse – doch nicht so gleichmäßig, wie man denken könnte. Veränderungen der Masse auf und im Inneren des Planeten, wie die Verlagerung von Wassermassen durch die Gezeiten oder das Abschmelzen der Eisschilde an den Polen, beeinflussen diese Rotation. Diese Schwankungen zu messen, ist das Ziel einer neuen Forschungsgruppe, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft in den kommenden vier Jahren rund vier Millionen Euro erhält. Gemeinsam sollen hochpräzise Sensoren zur Messung der Erdrotation entwickelt werden. An „RING: Rotationsbewegungen in der Physik, Geophysik und Geodäsie“ – geleitet von Prof. Dr. Heiner Igel an der LMU München – sind mit Prof. Dr. Celine Hadziioannou und Prof. Dr. Oliver Gerberding auch zwei Arbeitsgruppen der Universität Hamburg beteiligt. Sie werden daran mitarbeiten, die Ringlaser genannten optischen Messinstrumente mit- und weiterzuentwickeln und deren Nutzung zu erforschen. Die Erkenntnisse über die Erdrotation haben direkte Auswirkungen auf die Wissenschaft.
„Durch die Messung von Rotationsbewegungen des Bodens zusammen mit traditionellen seismischen Wellen wirken RING-Sensoren wie ein empfindliches Stethoskop für unseren Planeten“, sagt Hadziioannou, die auf dem Gebiet der Umweltseismologie forscht. „Diese Sensoren ermöglichen es uns, nachzuvollziehen, wie klimabedingte Veränderungen – etwa Verschiebungen im Grundwasser – die Erdkruste subtil verändern und so neue Erkenntnisse über die Auswirkungen des Klimawandels auf unseren Planeten liefern.“ Gerberding ergänzt: „Die Technologie der Ringlaser hat einen viele Gemeinsamkeiten mit Gravitationswellen-Detektoren und kompakte Ringlaser haben auch das Potential Rauschen in Observatorien wie dem zukünftigen Einstein Teleskop zu reduzieren. Hier gemeinsam zu forschen ist eine Win-Win Situation.“ Der Physiker forscht im Exzellenzcluster „Quantum Universe“ zu Gravitationswellen. Das Projekt bildet damit eine interdisziplinäre Verbindung zwischen dem Fachbereich für Erdsystemwissenschaften und dem Fachbereich für Physik.
Mehr Informationen auf https://www.ringlaser.de/
