Erfolg im Förderprogramm für das künftige Einstein-Teleskop
15. Juli 2026

Foto: MPI für Gravitationsphysik/NIKHEF
Das geplante Einstein-Teleskop wird das fortschrittlichste Gravitationswellen-Observatorium der Welt. Um die winzigen Erschütterungen der Raumzeit messen zu können, müssen lokale seismische Störsignale perfekt verstanden und herausgefiltert werden. Hier ist die Expertise unseres Instituts gefragt: Prof. Dr. Céline Hadziioannou und Prof. Dr. Conny Hammer haben im Vorbereitungsprogramm des Großprojekts erfolgreich Fördergelder eingeworben.
Das Einstein-Teleskop wird aus drei verschachtelten, jeweils zehn Kilometer langen Detektoren bestehen, die tief unter der Erde gebaut werden. Es soll Gravitationswellen – etwa von verschmelzenden Schwarzen Löchern – mit bislang unerreichter Präzision messen. Wo das Observatorium gebaut wird, entscheidet sich voraussichtlich 2027. Sicher ist bereits: Um diese unglaubliche Präzision zu erreichen, muss das sogenannte „Newtonian Noise“ (Newtonsche Rauschen) unterdrückt werden. Dabei handelt es sich um winzige Schwankungen im lokalen Schwerefeld, die durch seismische Wellen und Dichteveränderungen im Untergrund entstehen.
Seismische „Kopfhörer“ für das Universum
Genau hier setzt das Projekt „ET-RD-C-PREDICT-NN: Newtonian Noise Cancelling Headphones“ an, das von Prof. Dr. Céline Hadziioannou und Prof. Dr. Conny Hammer aus unserem Fachbereich geleitet wird. Ähnlich wie Noise-Cancelling-Kopfhörer Umgebungsgeräusche durch Gegenschall auslöschen, wollen die Geophysikerinnen das seismische Rauschen messen und modellieren, um es aus den Daten des Teleskops herauszurechnen. Für dieses Verbundprojekt, an dem fünf deutsche Universitäten beteiligt sind, stehen rund 1,65 Millionen Euro zur Verfügung. Eine zentrale Rolle wird dabei das dichte seismische Netzwerk der WAVE-Initiative in der Science City Hamburg Bahrenfeld spielen (https://wave-hamburg.eu).
Interdisziplinäre Stärke am Standort Hamburg
Das Projekt ist Teil eines massiven Erfolgs der Universität Hamburg: Insgesamt fließen in den kommenden drei Jahren rund 5,6 Millionen Euro in die Vorbereitung des Einstein-Teleskops. Neben der Geophysik sind auch drei Kollegen aus der Physik (Exzellenzcluster Quantum Universe) mit Verbundprojekten zur Interferometer-Technologie erfolgreich gewesen: Prof. Dr. Oliver Gerberding, Dr. Mikhail Korobko und Prof. Dr. Roman Schnabel.
Diese gemeinsame Förderung unterstreicht die exzellente fachübergreifende Zusammenarbeit an der Universität Hamburg und zeigt einmal mehr, dass bahnbrechende Astrophysik heute auf hochpräzise geophysikalische Methoden angewiesen ist.

